Audio Leichte Sprache Gebärdensprache

Inklusiver Sport: ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft

20.08.2026

Die Behindertensportbewegung entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg stark weiter. Im Jahr 1948 markierten die in England für verwundete Kriegsveteranen organisierten Spiele von Stoke Mandeville den Beginn einer neuen Sichtweise: Sport wurde zunehmend als Mittel zur Rehabilitation und Emanzipation verstanden. 1960 fanden in Rom die ersten Paralympischen Spiele statt, gefolgt von den ersten Paralympischen Winterspielen im Jahr 1976. Weitere internationale Wettkämpfe entstanden, darunter die Deaflympics, die bereits 1924 für gehörlose Menschen ins Leben gerufen wurden, und die Special Olympics, die 1968 für Menschen mit geistiger Behinderung gegründet wurden.

Die Paralympischen Spiele 2024 in Paris haben die Spitzenleistungen des Schweizer paralympischen Sports eindrücklich unter Beweis gestellt. Mit 27 Athletinnen und Athleten gewann die Schweizer Delegation 21 Medaillen – ein aussergewöhnliches Ergebnis, das vom sehr hohen Leistungsniveau dieser Sportlerinnen und Sportler zeugt. Über die Medaillen hinaus ist die Botschaft klar: Sie wollen in erster Linie als Spitzensportlerinnen und Spitzensportler anerkannt werden und nicht nur als Symbole für Mut oder Durchhaltevermögen.

In der Schweiz schreitet die Inklusion im Sport weiter voran. Seit 2025 unterstützt Swiss Inclusive Sport Vereine, Verbände und Veranstalter mit einer Charta und einem Label, die inklusive Sportangebote fördern. Auch PluSport und Special Olympics Switzerland spielen in dieser Entwicklung eine wichtige Rolle. Im März 2029 wird die Schweiz zudem die Special Olympics World Winter Games in Chur ausrichten – eine Premiere, die die Sichtbarkeit des inklusiven Sports weiter stärken wird.

Die Verabschiedung der UNO-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, das die Schweiz 2014 ratifiziert hat, erinnert daran, dass alle Menschen gleichberechtigten Zugang zum Sport haben sollen. Überall im Land entwickeln Vereine, Schulen und Gemeinden Projekte, die es Menschen mit Behinderungen ermöglichen, unter angepassten Bedingungen oder – zunehmend – gemeinsam mit Menschen ohne Behinderungen Sport zu treiben. Diese Entwicklung beruht auf einer einfachen Überzeugung: Sport ist ein hervorragender Hebel für Inklusion, wenn er gemeinsam mit und für alle gestaltet wird.

Im Wallis eröffnete PluSport – Sport Handicap Valais 1959 seine erste Sektion in Sion. Heute umfasst der Verein fünf Sektionen, die sportliche Aktivitäten im gesamten Kanton organisieren und koordinieren. Zusammen zählen sie mehr als 800 Mitglieder, darunter Sportlerinnen, Sportler und Betreuungspersonen. 

Dennoch gibt es weiterhin Herausforderungen. Die Barrierefreiheit der Anlagen, die Verstärkung der Teams durch Menschen, die sich in Vorständen oder als Trainerinnen und Trainer engagieren möchten – sei es ehrenamtlich oder als ausgebildete und entschädigte Fachpersonen –, die finanziellen Mittel sowie die Transportmöglichkeiten stellen für viele Menschen nach wie vor Hindernisse dar. Die Förderung des inklusiven Sports ist ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft – auf den Sportplätzen ebenso wie in allen anderen Lebensbereichen.